drei Sprachen

Grigionesi: diversamente simili
Bündner: unterschiedlich ähnlich
Grischuns: diversamaing simils

Den drei Sprachorganisationen des Kantons ist es ein Anliegen, der breiten Öffentlichkeit Informationen über die entsprechenden Aktivitäten zu liefern. Daher entstand die Idee, gemeinsam mit der Pro Rätia, eine Sonderschau an der higa zu veranstalten.

Die Walservereinigung Graubünden (WVG)

Die Walservereinigung Graubünden, gegründet 1960 als politisch und konfessionell neutrale Sprach- und Kulturvereinigung der Bündner Walserinnen und Walser, feiert im Jahr 2020 ihr 60jähriges Jubiläum. Ihr gehören über 2200 Einzelmitglieder sowie rund 30 Bündner Gemeinden an. Ihr Hauptanliegen ist es, die walserische und alpine Kultur im weitesten Sinne zu wahren und zu fördern, oft in Zusammenarbeit mit kantonalen, regionalen und kommunalen Behörden und Institutionen. Neben der Förderung kultureller Aktivitäten setzt sich die WVG auch für eine nachhaltige Entwicklung und Inwertsetzung der Walser Kulturlandschaft für den Tourismus ein, mit dem Ziel, die Regionen bei der Steigerung der Wertschöpfung zu unterstützen und der weiteren Entvölkerung der Alpentäler entgegenzuwirken.

Eine der wesentlichsten Hauptaufgaben der WVG bleibt die Informationsvermittlung über die Sprache und Kultur der Walser. Ihre gemeinsame Geschichte, ihre Verbreitung im Alpenraum, die Merkmale ihrer Kultur und ihrer höchstalemannischen Dialekte sind ein Phänomen, das Schüler und Lehrer, Studenten und Journalisten, aber auch Touristen und Zweitwohner faszinieren.

Die Walservereinigung Graubünden wird sich in ihrem «Zimmer» mit Informationen zu Geschichte, Verbreitung und Dialekten der Walser aufwarten, einem Hinweis auf das 10jährige Bestehen des Walserwegs Graubünden und dessen Jubiläumsprogramm sowie der Darbietung von traditionellem Handwerk.

Die Lia Rumantscha (LR)

Die Lia Rumantscha (LR) wurde 1919 als Dachverband aller rätoromanischen Sprachvereine gegründet. Seit 100 Jahren steht sie im Dienste des Romanischen und unterstützt, fördert und koordiniert die Arbeiten der regionalen Organisationen zugunsten der romanischen Sprache und Kultur. Die romanische Sprachorganisation mit Sitz in Chur und regionalen Aussenstellen in Ilanz/Glion, Scuol und Savognin versteht sich als gemeinnützige Institution und ist politisch und konfessionell neutral. Durch ihren Auftrag, die Bundes- und Kantonsgelder für die Förderung der romanischen Sprache und Kultur einzusetzen, erfüllt die Lia Rumantscha einen öffentlich-rechtlichen Auftrag. Sie vertritt die Rätoromaninnen und Rätoromanen in den verschiedensten Bereichen des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens.

Die Lia Rumantscha setzt sich für den Erhalt der romanischen Sprache in Familie, Schule, Medien und Öffentlichkeit ein. Dies erreicht sie durch eigene Aktivitäten und Programme sowie in Zusammenarbeit mit regionalen Organisationen. Die Förderung des Romanischen in den Stammgebieten in Graubünden ist seit jeher eine zentrale Aufgabe der Lia Rumantscha. Heute lebt ein Drittel der rund 60‘000 Rätoromaninnen und Rätoromanen nicht mehr in den traditionellen Sprachgebieten, sondern verstreut in der ganzen Schweiz und insbesondere in deutschsprachigen Zentren wie Zürich, Bern und Basel. Deshalb setzt sich die Lia Rumantscha auch ausserhalb Graubündens für den Erhalt der romanischen Sprache ein.

Die Pro Grigioni Italiano (Pgi)

Die Pro Grigioni Italiano ist eine 1918 gegründete Organisation, welche sich für den Erhalt und die Förderung der italienischen Kultur und Sprache in Graubünden einsetzt. Als vom Kanton Graubünden, Bund und Europarat anerkanntes Sprachrohr der Minderheit der italenischbünden vertritt die Pgi deren Interessen auf allen staatlichen Ebenen.

Um die Gründe zur Schaffung der Pgi zu verstehen, um über ihre Ziele und ihr Wirken im Bild zu sein, ist es notwendig, sich die geografische Lage der vier Täler in Italienisch-bünden in Erinnerung zu rufen. Diese Täler erstrecken sich im Süden der Alpen und umfassen ein Siebtel des gesamten Gebietes des Kantons Graubünden: das Misox, das Calancatal, das Bergell und das Puschlav

Italienischbünden beinhaltet Talschaften, welche morphologisch getrennt, jedoch durch dieselbe kulturelle und sprachliche Herkunft miteinander verbunden sind. Inzwischen ist ein wirkliches und reales Wesen geworden, welches dank der Pgi einen Körper und eine Seele erhalten hat und mit Würde im Bereich der italienischen Schweiz figurieren darf.

Die Pgi wird die Ergebnisse eines überregionalen Projekts präsentieren, aus dem eine Reihe von Minivideos (Interviews) hervorgeht, anhand derer der Alltag und die Identität im Grigionitaliano erzählt wird. Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit OLSI ein interaktives QUIZ aufgebaut, um Inspiration für die Reflexion der Mehrsprachigkeit in der Schweiz zu erhalten. Jeden Tag wird eine Publikation vorgestellt und zudem sind Aktivitäten für die jüngere Öffentlichkeit in Planung.

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